Langenhagen

Man hört ja schönerweise immer mal wieder von Projekten in und um Hannover. So auch Langenhagen. Wir haben also telefonisch nachgefragt, jedoch wurde dort gesagt, dass die Beauftragungen bereits abgeschlossen wurden: Asphaltfläche und Fertigelemente! Nach kurzer Recherche haben wir nun folgende Mail geschrieben:

 

Hallo Frau ******,
wir hatten kürzlich wegen der neuen Skateanlage an der Konrad-Adenauer telefoniert. Sie hatten bereits erwähnt, dass die Beaufragungen bereits stattgefunden haben, und dass eine Änderung nun zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich wäre.
 
Wir haben gerade die Homepage der Stadt Langenhagen durchforstet und dort nichts weiteres gefunden, was uns ein wenig Hoffnung gegeben hat. Gleich vorweg: Uns geht es nicht darum, die Realisierung des Platzes selbst umzusetzen. Vielmehr ist uns, als engagierter Skateboardverein, daran gelegen, dass in der Region Hannover keine weiteren Skateanlagen in den Bau gehen, die das Geld und den Aufwand nicht wert sind. 
Deutschlandweit werden seit Jahren mit Fertigbauteilen auf Asphaltflächen Rollsportanlagen realisiert. Leider zeigt die Erfahrung, dass diese Anlagen einen nur geringen Anziehungswert haben und die Parks schon nach kurzer Zeit deutlich an Attraktivität für alle Benutzergruppen verlieren. Gerade in Verbindung mit einer Asphaltierung der Fläche sind Fertigbauelemente in der Regel auch deutlich teurer, als eine ebenso große Fläche im Ortbetonverfahren. Zudem kann es bei dazu kommen, dass die Elemente über längere Zeit absacken, sodass sich Kanten und Risse direkt an den Elementen bilden. Dies ist ein wesentlicher Sicherheitsaspekt und unter anderem ein Argument für die Tatsache, dass Skateanlagen dieser Bauweise nicht mehr zeitgemäß sind.
 
Im von uns favorisierem Ortbetonverfahren werden die verschiedenen Skateelemente eines Skateparks vor Ort gebaut. Dabei wird der frische Beton auf eine geeignete, vorgeformte Tragschicht aufgebracht und in mehreren Arbeitsschritten geglättet. Hierbei ergeben sich einige wichtige Vorteile gegenüber der Anlieferung und Plazierung von fertigbau Elementen:
- Eine Individuellere Anpassung an die Wünsche der Skater, des Geländes und des Budgets ist möglich.
- Eine (vandalismus)sichere, geräuscharme, wartungsarme, haltbare und lückenlos verarbeitete Oberfläche.
- Verkürtzte Transportwege und somit geringere Kosten, (Modul Rampen werden z.T. aus Bayern angeliefert)
- eine “organische” bzw. asymetrische Bauweise ist möglich, die einen wesentlich besseren Fahrfluss ermöglicht und somit eine nachhaltig attraktive Skatefläche ergibt.
Bitte beachten Sie, dass dies nicht einfach nur unsere Meinung darstellt. In mehreren Skatefachzeitschriften werden in letzter Zeit vermehrt Artikel veröffentlicht, die ein Umdenken in der Skateszene und unter den Jugendlichen fordern. 
 
Wie Sie selbst wahrgenommen haben, wussten die Jugendlichen in Langenhagen scheinbar im letzten Jahr noch nicht Bescheid, was überhaupt möglich ist. Und natürlich: Fertigelemente aus einem Katalog sind immer noch besser als gar kein Skatepark.
Wir bitten Sie, im Namen aller Mitglieder des 2er Skateboard e.V, jegliche Möglichkeiten zu prüfen, hier eine für alle rollsportinteressierten Jugendlichen der Region annehmbare und zeitgemäße Lösung realisieren zu können.
Der Hürden in der lokalen Politik sind wir uns bewusst, und gerne unterstützen wir Sie im Rahmen unser Möglichkeiten. Sicher ist auch eine Absprache mit dem Planungsteams des Welfenplatzes in Hannover sinnvoll, schließlich steht hier eine beispielhafte Kooperation zwischen Skatern und Politik kurz vor der Fertigstellung.
 
Wir würden uns über eine Rückmeldung freuen. Jederzeit sind wir bereit Ihnen einen Besuch abzustatten und die o.g. Punkte persönlich zu besprechen.
Wir werden diese Mail auch auf unserer Homepage veröffentlichen.
 
 
Freundliche Grüße aus Hannover,
Max Beckmann
Daniel May
2er Skateboarding e.V.

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